Das sagt der Trainer zum fast aussichtslosen Abstiegskampf

Die Situation im Abstiegskampf der Oberliga Niederrhein spitzt sich für den VfB Speldorf immer weiter zu. Nach der 1:2-Niederlage gegen den VfB Hilden wartet die Mannschaft von Cheftrainer Ryoji Ishikawa bereits seit sieben Spielen in Folge auf den ersten Pflichtspiel-Dreier im Fußballjahr 2019.

Das letzte Mal, dass die Mülheimer über die volle Punkteausbeute jubeln konnten, war am 19.Spieltag beim 2:1-Auswärtssieg gegen den SC Düsseldorf-West. Durch die lange Durststrecke befindet sich der VfB mittlerweile auf dem 17. Tabellenplatz und der Rückstand auf das rettende Ufer ist auf acht Punkte angewachsen.

Direkt nach Abpfiff des Abstiegskrimis gegen den VfB Hilden versammelte Ishikawa seine Spieler um sich und fand deutliche Worte. Dabei verglich er seine Tätigkeit als Trainer mit der einer Führungsetage in einem Unternehmen: „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich wie die Geschäftsführung in einem Unternehmen bin. Und wenn, wie in unserem Fall, die Ergebnisse nicht stimmen, ist das ein Zeichen, dass den Mitarbeitern etwas fehlt. Genauso spiegelt sich das auch im Fußball wider.“ Der VfB-Trainer ist sich sicher, was genau seinen Spielern, auch außerhalb des Platzes, fehlt: „Disziplin und Ordnung. Ich muss immer wieder jeden daran erinnern die Zeiten einzuhalten, pünktlich zu sein und auch die Kabine sauber zu halten. Das hat mit Leistungsfußball nichts zu tun.“

Bevor am nächsten Wochenende mit TuRU Düsseldorf die nächste schwere Herausforderung auf die Mannschaft von der Saarner Straße zukommt, hat Ishikawa bereits am kommenden Dienstag (9. April, 19:45) ein Freundschaftsspiel gegen den Bezirksligisten SG Unterrath angesetzt. „Ich möchte in erster Linie, dass sich die Auswechselspieler zeigen und Spielpraxis sammeln. Und das auch über eine gewisse Länge und nicht nur in den letzten 20 Minuten eines Spiels“, betont der 41-jährige Trainer.
Am kommenden Spieltag erwartet Ishikawa mit TuRU einen spielstarken Gegner: „Ich habe mir in der letzten Saison viele Spiele von TuRU angesehen. Aber mittlerweile ist das eine komplett andere Mannschaft. Es wird nur über den Kampf gehen. Wie sonst soll man im Abstiegskampf bestehen, wenn man auf dem Spielfeld nicht kämpfen kann?“

Trotz der langen Durststrecke und der schwierigen Ausgangslage glaubt der VfB-Trainer weiterhin an den Klassenerhalt seiner Elf: „Es gibt nichts anderes als Vollgas zu geben. Vorher schon locker zu lassen und kampflos nach Hause zu fahren, dass ist nicht meine Disziplin. Bis zum letzten Spieltag werden wir 100 Prozent geben.“

Für Speldorf wird die Luft dünn

MÜLHEIM.   VfB verliert trotz Überlegenheit gegen schwacher Hildener und verliert im Abstiegskampf weiter an Boden. Kritik am Trainer wird lauter.

Für den VfB Speldorf wird die Luft im Tabellenkeller der Fußball-Oberliga immer dünner. Am Sonntag verloren die Mülheimer trotz anhaltender Überlegenheit auch das fünfte Spiel in Folge – 1:3 (1:2) gegen den VfB Hilden. Da die Konkurrenten Hiesfeld und Düsseldorf-West (0:0 gegeneinander) punkteten und Schwarz-Weiß Essen sogar gewann (2:0 gegen Kleve) wächst der Rückstand für den VfB als nun Tabellenvorletzter immer weiter an.

Mit Blick auf das Restprogramm hätten die Speldorfer dieses Heimspiel gewinnen müssen. Mit Blick auf den Spielverlauf auch. Doch zweimal bekamen die Hausherren eine Standardsituation einfach nicht geklärt. Fabian zur Linden (9.) und Timo Kunzl (25.) bekamen den Ball quasi auf dem Silbertablett serviert.

Schürings bedient Andres zum zwischenzeitlichen 1:1

Zwischendurch hatte Michael Andres einen starken Steilpass von Fabian Schürings zum 1:1 verwertet. Der VfB Speldorf war auch über weite Strecken der ersten aber vor allem in der zweiten Halbzeit das dominierende Teams. Bloß Torchancen spielten sich die Mülheimer keine heraus.

Das Bemühen konnte man den Gastgebern nicht absprechen, doch es fehlte an der richtigen Idee sowie hie und da auch schlicht an der Qualität. Erst kurz vor Schluss bekamen die Mülheimer noch zwei Schusschancen, aber nicht einmal das Unentschieden wollte ihnen noch gelingen. Stattdessen machte der eingewechselte Tim Tiefenthal alles klar.

„Zu seriös“: Ishikawa vermisst die nötige Cleverness

„Bei den Standards fehlte es uns an der notwendigen Körpersprache“, meinte Trainer Ryoji Ishikawa hinterher. Außerdem habe seine Mannschaft stellenweise „zu seriös“ gespielt. Es fehle auch die nötige Cleverness in manchen Spielszenen. Angesichts der tabellarischen Situation möchte der Coach noch nicht die weiße Flagge hissen. „Ich denke noch nicht an die Zukunft, nur an die aktuelle Situation“, sagt er.

Intern wird die Kritik am Trainer immer lauter. Unwahrscheinlich, dass der VfB noch in dieser Saison handeln wird, schließlich hat Ishikawa dem Verein im Winter finanziell und mit der Verpflichtung etlicher Spieler aus der Patsche geholfen. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass die Zusammenarbeit nach dem Ablauf der aktuellen Saison enden könnte. Während sich der Coach selbst dazu ausweichend äußerte, gab es vom Verein dazu am Sonntag keine Aussage.

VfB Speldorf –
VfB 03 Hilden 1:3 (1:2)

Tore: 0:1 Zur Linden (9.), 1:1 Andres (13.), 1:2 Kunzl (25.), 1:3 Tiefenthal (90.+1)

Speldorf: Hauffe – Weiß, Bimpek, Zorlu, Akiyama (89. Naito) – Horiuchi, Nakaoka – Ando, Cömert (80. Wölfer), Schürings (62. Inoue) – Andres

Hilden: Oberhoff – Metz, Zur Linden, Härtel, Percoco – Demir, Schaumburg – Di Gaetano (80. Tiefenthal), Kunzl (90.+1 Ilkwon) – Alexandris, Weber (72. Mambasa)

Schiedsrichter: Maik Henkies (Essen)

Zuschauer: 130

Spätes Speldorfer Strohfeuer

MÜLHEIM.   VfB bleibt auch im sechsten Spiel des Jahres sieglos – und das verdient. Gegner Schonnebeck hätte die Partie früher entscheiden müssen.

Erst auf den letzten Metern kam noch einmal Spannung in die Fußball-Oberliga-Partie, weil beim Gastgeber Spvg Schonnebeck angesichts einer nur noch knappen Führung plötzlich die Nerven blank lagen und weil der VfB Speldorf plötzlich doch noch auf einen Punkt hoffte, der nicht verdient gewesen wäre. Die Hausherren brachten das aus ihrer Sicht zu knappe 3:2 (2:1) über die Zeit.

„Das Ergebnis ist gerecht. Unsere Leistung reichte nicht aus, um einen Punkt mitzunehmen“, musste Speldorfs Trainer Ryoji Ishikawa hinterher anerkennen. Der Coach hatte in Schonnebeck erstmals wieder auf eine Viererkette gesetzt. „Dass Semih Zorlu die Kette sofort leiten muss, ist natürlich schwer“, findet Ishikawa. Der Rückkehrer war bemüht, fügte sich als Antreiber und Organisator ein, spätestens in der zweiten Hälfte gingen dem früheren Kapitän aber die Kräfte aus.

Frühe Gegentore brechen Speldorf das Genick

Wenn eine gegen den Abstieg kämpfende Mannschaft eines nicht braucht, dann sind es frühe Gegentore. Und dennoch klingelte es in Hälfte sechs nach nicht einmal sechs und im zweiten Durchgang nach nicht einmal fünf Minuten. Das 1:0 durch einen Abstauber von Marius Müller konnte Abdul-Rahman Yussif mich einem Flachschuss ins rechte Ecke noch ausgleichen (16.), zur Pause führte aber wieder das Heimteam. Ausgerechnet der beim TuSpo Saarn groß gewordene Simon Skuppin traf ins lange Eck.

Kurz nach dem Wiederanpfiff entschied Damian Bartsch dann praktisch die Partie. Sein Schuss ins rechte untere Eck war nicht unhaltbar. Bis auf eine Halbchance von Tetsu Horiuchi (54.) und einen harmlosen Yussif-Schuss (66.) blieben die Gäste vorne ungefährlich. Auf der anderen Seite hatte Mohamed Cisse das 4:1 auf dem Fuß, vergab aber leichtfertig (74.).

Starker Freistoß von Horiuchi läutet Endphase ein

Erst ein starker Freistoß von Horiuchi, den Schonnebecks Schlussmann Stefan Jaschin ebenso stark aus dem Winkel fischte, wachten die Speldorfer noch einmal auf. Maxwell Bimpek köpfte dann kurz darauf den Anschlusstreffer. „Dann brennt es plötzlich lichterloh, man wird unsicher und es gibt Standards, die gefährlich werden können“, sagte Schonnebecks Trainer Dirk Tönnies hinter. Der Coach der Spvg stellt aber auch klar: „Der Ausgleich wäre unverdient gewesen.“

Seine Sorgen waren am Ende unbegründet. Der VfB bleibt auch im sechsten Spiel im Jahr 2019 ohne Sieg.

Spvg Schonnebeck –
VfB Speldorf 3:2 (2:1)

Tore: 1:0 Müller (6.), 1:1 Yussif (16.), 2:1 Skuppin (23.), 3:1 Bartsch (50.), 3:2 Bimpek (81.)

Spvg: Jaschin – Ketsatis, Ogrzall, Gutkowski – Refai (72. Bosnjak), Yerek (66. Heppke), Denker, Skuppin – Bartsch – Müller, Cisse (84. Oteng Adjei)

VfB: Hauffe – Weiß, Bimpek, Zorlu (88. Wölfer), Akiyama – Horiuchi, Nakaoka – Yussif (72. Schürings), Abe (76. Naito), Ando – Andres

Schiedsrichter: Dustin Sperling (Leichlingen)

Zuschauer: 214

Paukenschlag: Kapitän André Panz nicht mehr im VfB-Kader

MÜLHEIM.   Unstimmigkeiten mit Trainer Ishikawa. 30-Jähriger läuft am Sonntag in der Kreisliga B auf. Speldorf kehrt in Schonnebeck zur Viererkette zurück.

Nächste personelle Überraschung beim VfB Speldorf: Kapitän André Panz gehört vor dem Auswärtsspiel am Sonntag, 15 Uhr, bei der Spvg Schonnebeck nicht mehr dem Kader des Fußball-Oberligisten an.

Offenbar gab es schon länger Unstimmigkeiten mit Trainer Ryoji Ishikawa. Ein Vorfall im Training am Dienstag mit einem Mitspieler brachte beim 30-Jährigen aber das Fass zum überlaufen. „So geht man nicht mit dem Kapitän um, leider hat der Trainer überhaupt nicht eingegriffen“, schildert Panz.

Kein Platz mehr für Panz in der Viererkette?

Der Coach sprach zwar auch von Unstimmigkeiten, begründete die Trennung aber auch damit, dass er beim Wechsel zur Viererkette keinen Platz mehr für Panz sieht. Als Linksverteidiger ist Lukas Weiß gesetzt. „Er hat sehr viel für die Mannschaft geleistet“, bedauert Ishikawa die Entscheidung.

Die unterschiedlichen Sichtweisen belegen, dass eine Zusammenarbeit von Trainer und Kapitän nicht mehr funktioniert. Dem Verein möchte der 30-Jährige trotzdem treu bleiben. Am Mittwoch trainierte er bereits in der zweiten Mannschaft und will am Sonntag auch in der Kreisliga B im Spiel gegen Union 09 auflaufen. Zur neuen Saison übernimmt er gemeinsam mit Janis Timm als Trainer die B-Jugend in der Leistungsklasse.

Rückkehrer Semih Zorlu ersetzt gesperrten Cömert

Wer neuer Kapitän der Speldorfer wird, ist noch unklar. Ishikawas erster Kandidat Barkin Cömert ist am Sonntag aufgrund seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Torhüter Martin Hauffe oder Ryota Nakaoka könnten am Sonntag in Schonnebeck interimsweise die Binde tragen.

Klar ist, dass Ishikawa beim Gastspiel in Essen zur Viererabwehrkette zurückkehren wird. Den Platz von Cömert wird Rückkehrer Semih Zorlu einnehmen. Tetsu Horiuchi, der am vergangenen Sonntag doch noch nicht von Beginn an ‘ran durfte, wird auf der Sechserposition neben Ryota Nakaoka spielen.