Für Speldorf wird die Luft dünn

MÜLHEIM.   VfB verliert trotz Überlegenheit gegen schwacher Hildener und verliert im Abstiegskampf weiter an Boden. Kritik am Trainer wird lauter.

Für den VfB Speldorf wird die Luft im Tabellenkeller der Fußball-Oberliga immer dünner. Am Sonntag verloren die Mülheimer trotz anhaltender Überlegenheit auch das fünfte Spiel in Folge – 1:3 (1:2) gegen den VfB Hilden. Da die Konkurrenten Hiesfeld und Düsseldorf-West (0:0 gegeneinander) punkteten und Schwarz-Weiß Essen sogar gewann (2:0 gegen Kleve) wächst der Rückstand für den VfB als nun Tabellenvorletzter immer weiter an.

Mit Blick auf das Restprogramm hätten die Speldorfer dieses Heimspiel gewinnen müssen. Mit Blick auf den Spielverlauf auch. Doch zweimal bekamen die Hausherren eine Standardsituation einfach nicht geklärt. Fabian zur Linden (9.) und Timo Kunzl (25.) bekamen den Ball quasi auf dem Silbertablett serviert.

Schürings bedient Andres zum zwischenzeitlichen 1:1

Zwischendurch hatte Michael Andres einen starken Steilpass von Fabian Schürings zum 1:1 verwertet. Der VfB Speldorf war auch über weite Strecken der ersten aber vor allem in der zweiten Halbzeit das dominierende Teams. Bloß Torchancen spielten sich die Mülheimer keine heraus.

Das Bemühen konnte man den Gastgebern nicht absprechen, doch es fehlte an der richtigen Idee sowie hie und da auch schlicht an der Qualität. Erst kurz vor Schluss bekamen die Mülheimer noch zwei Schusschancen, aber nicht einmal das Unentschieden wollte ihnen noch gelingen. Stattdessen machte der eingewechselte Tim Tiefenthal alles klar.

„Zu seriös“: Ishikawa vermisst die nötige Cleverness

„Bei den Standards fehlte es uns an der notwendigen Körpersprache“, meinte Trainer Ryoji Ishikawa hinterher. Außerdem habe seine Mannschaft stellenweise „zu seriös“ gespielt. Es fehle auch die nötige Cleverness in manchen Spielszenen. Angesichts der tabellarischen Situation möchte der Coach noch nicht die weiße Flagge hissen. „Ich denke noch nicht an die Zukunft, nur an die aktuelle Situation“, sagt er.

Intern wird die Kritik am Trainer immer lauter. Unwahrscheinlich, dass der VfB noch in dieser Saison handeln wird, schließlich hat Ishikawa dem Verein im Winter finanziell und mit der Verpflichtung etlicher Spieler aus der Patsche geholfen. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass die Zusammenarbeit nach dem Ablauf der aktuellen Saison enden könnte. Während sich der Coach selbst dazu ausweichend äußerte, gab es vom Verein dazu am Sonntag keine Aussage.

VfB Speldorf –
VfB 03 Hilden 1:3 (1:2)

Tore: 0:1 Zur Linden (9.), 1:1 Andres (13.), 1:2 Kunzl (25.), 1:3 Tiefenthal (90.+1)

Speldorf: Hauffe – Weiß, Bimpek, Zorlu, Akiyama (89. Naito) – Horiuchi, Nakaoka – Ando, Cömert (80. Wölfer), Schürings (62. Inoue) – Andres

Hilden: Oberhoff – Metz, Zur Linden, Härtel, Percoco – Demir, Schaumburg – Di Gaetano (80. Tiefenthal), Kunzl (90.+1 Ilkwon) – Alexandris, Weber (72. Mambasa)

Schiedsrichter: Maik Henkies (Essen)

Zuschauer: 130