Last-Minute-Treffer lässt Speldorf jubeln

Am neunten Spieltag der Oberliga Niederrhein trennten sich der VfB Speldorf und der 1.FC Bocholt nach einer intensiven und turbulenten Partie am Ende mit 3:3 (1:1).

Spätestens nach den beiden Kontertoren von André Bugla, der erst fünf Minuten vorher eingewechselt wurde, war das Spiel für den Großteil der Speldorfer Zuschauer auf der Tribüne an der Saarner Straße abgehakt. Nach dem Doppelpack des Bocholter Jokers in der 66. und 72. Minute glaubte wohl keiner der rund 300 Zuschauer mehr an etwas Zählbares für den VfB.

Doch als nur wenige Minuten später der ebenfalls eingewechselte Esad Morina mit seinem Anschlusstreffer auf 2:3 verkürzte, war die Mikolajczak-Elf wieder voll im Spiel. Der Treffer von Abdul Rahman Isshak Yussif in der 90. Minute ließ die Speldorfer am Ende dann doch noch jubeln. „Das hat die Mannschaft gut gemacht. Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht und am Ende Moral bewiesen“, sagte Speldorf-Trainer Christian Mikolajczak auf der anschließenden Pressekonferenz.

Wir sind in manchen Situationen zu naiv und zurückhaltend.

Christian Mikolajczak

Trotz des Last-Minute-Erfolgs war der Ex-Profi nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Denn nach dem frühen Führungstreffer des auffälligen Deniz Hotoglu (16.) bekam seine Elf nicht wirklich Ruhe in ihr Spiel. Ex-Uerdingen-Stürmer Philipp Goris sorgte für den postwendenden Bocholter Ausgleich (18.). In einer über weite Strecken hart geführten, aber ausgeglichenen Partie wirkten die Gastgeber bei den starken Gästekontern oft ein wenig überfordert. „Uns hat ein wenig der Mut gefehlt, unser schnelles Spiel durchzuspielen. Wir sind in manchen Situationen zu naiv und zurückhaltend“, kritisiert Mikolajczak, der mit dem kämpferischen Auftritt in der zweiten Halbzeit mehr als zufrieden ist.

Bocholt muss weiter nach unten schauen

Durch das Unentschieden bleibt auch der vor der Saison als Ligafavorit gehandelte 1. FC Bocholt im Tabellenkeller stecken. Grund genug für Trainer Manuel Jara, die Saisonziele nach dem aus Bocholter Sicht bitteren 3:3-Endresultat beim Landesliga-Aufsteiger aus Speldorf zu korrigieren. „Wir müssen jetzt weiter punkten und uns unten raushalten. Andere Ziele gibt es jetzt erstmal nicht mehr bis Weihnachten“, stellt Jara klar.

Nach dem zwischenzeitlichen 3:1 hätte seine Mannschaft durchaus auf 4:1 oder 5:1 erhöhen können. „Spätestens nach dem 3:1 waren wir da, wo wir sein wollten und hätten die drei Punkte mitnehmen müssen“, ärgert sich der 45-Jährige über die verlorenen zwei Punkte. Um nicht noch tiefer unten reinzurutschen, fordert Jara am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den Vorjahresvizemeister aus Schonnebeck drei Punkte. Der VfB Speldorf muss am zehnten Spieltag zum VfB Hilden.

Fabian Kleintges-Topoll

Quelle: RevierSport