Spätes Speldorfer Strohfeuer

MÜLHEIM.   VfB bleibt auch im sechsten Spiel des Jahres sieglos – und das verdient. Gegner Schonnebeck hätte die Partie früher entscheiden müssen.

Erst auf den letzten Metern kam noch einmal Spannung in die Fußball-Oberliga-Partie, weil beim Gastgeber Spvg Schonnebeck angesichts einer nur noch knappen Führung plötzlich die Nerven blank lagen und weil der VfB Speldorf plötzlich doch noch auf einen Punkt hoffte, der nicht verdient gewesen wäre. Die Hausherren brachten das aus ihrer Sicht zu knappe 3:2 (2:1) über die Zeit.

„Das Ergebnis ist gerecht. Unsere Leistung reichte nicht aus, um einen Punkt mitzunehmen“, musste Speldorfs Trainer Ryoji Ishikawa hinterher anerkennen. Der Coach hatte in Schonnebeck erstmals wieder auf eine Viererkette gesetzt. „Dass Semih Zorlu die Kette sofort leiten muss, ist natürlich schwer“, findet Ishikawa. Der Rückkehrer war bemüht, fügte sich als Antreiber und Organisator ein, spätestens in der zweiten Hälfte gingen dem früheren Kapitän aber die Kräfte aus.

Frühe Gegentore brechen Speldorf das Genick

Wenn eine gegen den Abstieg kämpfende Mannschaft eines nicht braucht, dann sind es frühe Gegentore. Und dennoch klingelte es in Hälfte sechs nach nicht einmal sechs und im zweiten Durchgang nach nicht einmal fünf Minuten. Das 1:0 durch einen Abstauber von Marius Müller konnte Abdul-Rahman Yussif mich einem Flachschuss ins rechte Ecke noch ausgleichen (16.), zur Pause führte aber wieder das Heimteam. Ausgerechnet der beim TuSpo Saarn groß gewordene Simon Skuppin traf ins lange Eck.

Kurz nach dem Wiederanpfiff entschied Damian Bartsch dann praktisch die Partie. Sein Schuss ins rechte untere Eck war nicht unhaltbar. Bis auf eine Halbchance von Tetsu Horiuchi (54.) und einen harmlosen Yussif-Schuss (66.) blieben die Gäste vorne ungefährlich. Auf der anderen Seite hatte Mohamed Cisse das 4:1 auf dem Fuß, vergab aber leichtfertig (74.).

Starker Freistoß von Horiuchi läutet Endphase ein

Erst ein starker Freistoß von Horiuchi, den Schonnebecks Schlussmann Stefan Jaschin ebenso stark aus dem Winkel fischte, wachten die Speldorfer noch einmal auf. Maxwell Bimpek köpfte dann kurz darauf den Anschlusstreffer. „Dann brennt es plötzlich lichterloh, man wird unsicher und es gibt Standards, die gefährlich werden können“, sagte Schonnebecks Trainer Dirk Tönnies hinter. Der Coach der Spvg stellt aber auch klar: „Der Ausgleich wäre unverdient gewesen.“

Seine Sorgen waren am Ende unbegründet. Der VfB bleibt auch im sechsten Spiel im Jahr 2019 ohne Sieg.

Spvg Schonnebeck –
VfB Speldorf 3:2 (2:1)

Tore: 1:0 Müller (6.), 1:1 Yussif (16.), 2:1 Skuppin (23.), 3:1 Bartsch (50.), 3:2 Bimpek (81.)

Spvg: Jaschin – Ketsatis, Ogrzall, Gutkowski – Refai (72. Bosnjak), Yerek (66. Heppke), Denker, Skuppin – Bartsch – Müller, Cisse (84. Oteng Adjei)

VfB: Hauffe – Weiß, Bimpek, Zorlu (88. Wölfer), Akiyama – Horiuchi, Nakaoka – Yussif (72. Schürings), Abe (76. Naito), Ando – Andres

Schiedsrichter: Dustin Sperling (Leichlingen)

Zuschauer: 214