Trainer Mikolajczak will endlich Knallgas

Nach der 0:4-Pleite in Monheim ist Trainer Mikolajczak ratlos. Um am Sonntag gegen den 1. FC Bocholt zu bestehen, müssen einige Spieler dringend ihre Einstellung überdenken.

Christian Mikolajczak hat es derzeit nicht leicht. Auf den gefeiertern Aufstieg in die Oberliga folgte ein Saisonstart mit fünf sieglosen Partien. Nach dem Sensationserfolg gegen Aufstiegsfavorit ETB Schwarz-Weiß und einem größtenteils souveränen 3:1 über den DSC Düsseldorf dachte man, der VfB Speldorf hätte wieder in die Spur gefunden. Doch die 0:4-Klatsche im Auswärtsspiel beim 1.FC Monheim am Wochenende verwehte die gesäten Hoffnungen auf Besserung in alle Himmelsrichtungen.

Auch der Cheftrainer weiß nicht so recht, welche Schlüsse er aus den Resultaten der letzten Wochen ziehen soll. „Siege sollten ja eigentlich motivieren, bei uns ist wohl der Gegenteil der Fall“, so Mikolajczak. „Vielleicht haben die Jungs vergessen, dass kein Oberliga-Spiel ein Selbstläufer ist, schon gar nicht gegen Teams wie Monheim.“

Die ganze Saison nicht in Führung

Auf der Suche nach Antworten für die Pleiten fällt auf: Die Mülheimer schafften es in allen acht Saisonspielen nicht, in Führung zu gehen. Selbst beide Siege erkämpfte sich der VfB nach einem Rückstand. Vor allem die ersten 25 Minuten verschläft die Elf um Kapitän regelmäßg, ganze sechs Mal kassierte man ein frühes Gegentor. Gegen Monheim stand nach fünf (!) Minuten bereits ein 0:2 auf der Anzeigetafel. „Keine Ahnung, was die Jungs vor dem Spiel in der Kabine machen und warum wir da so anfällig sind“, meint Coach Mikolajczak, „aber um dann gegen Monheim ein 0:2 aufzuholen, fehlt es uns einfach an Qualität.

Ohnehin müssten viele Akteure ihre Einstellung überdenken. „Wer meint, als Aufsteiger wären wir über das Spielerische erfolgreich, hat nichts kapiert.“ Über den Kampfgeist müsse man sich die Punkte holen, so Mikolajczak, der bereits Alarm schlägt: „Wir brauchen ab jetzt jeden einzelnen davon.“

Gegner Bocholt ähnlich schwach gestartet

Am Sonntag kommt der 1. FC Bocholt an die Saarner Straße (15 Uhr). Der 1. FC ist der hohen Erwartungen zum Trotz ähnlich schwach gestartet, steht nur einen Punkt vor Speldorf, die derzeit auf dem 15. Rang dümpeln. Um sein Team bis dahin wieder in die Spur zu bekommen, will der Ex-Profi diese Woche viele Einzelgespräche führen. Von klassischem Straftraining sieht er ab. „Ich sehe es so, wer diese Woche schlecht trainiert, der spielt am Sonntag nicht.“

Laut Kader gehen die Bocholter wohl als Favorit in die Partie, Mikolajczak zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Wenn wir von der ersten bis zur letzten Minute Knallgas geben, bin ich überzeugt, dass wir etwas Zählbares hierbehalten werden.“ Dabei würde es den Mülheimern helfen, ausnahmsweise mal nicht in Rückstand zu geraten.

Erik Asmussen

Quelle: RevierSport