VfB Speldorf wird nach der Pause von Homberg überrollt

MÜLHEIM.   Eine Halbzeit lang spielen die Grün-Weißen gegen Tabellenführer Homberg stark. Sieben Minuten später steht es 1:4.

Christian Mikolajczak marschierte nach dem Schlusspfiff schnurstracks in Richtung Kabinengang. Oben im Besprechungsraum wartete er auf seine Mannschaft, die nach und nach eintrudelte, und las ihr die Leviten. Was den Trainer des Fußball-Oberligisten VfB Speldorf so auf die Palme gebracht hatte, war die Tatsache, dass seine Mannschaft nach einer starken ersten Halbzeit im Heimspiel gegen den Tabellenführer VfB Homberg innerhalb von nur sieben Minuten alle Chancen auf eine Überraschung herschenkte. Statt 1:1 stand es in der 52. Minute 1:4. Am Ende sogar 1:5.

„Die zweite Halbzeit war einfach schlecht, das hat mit Oberliga nichts zu tun“, schimpfte Mikolajczak, wohlwissend, dass nach den guten ersten 45 Minuten mehr drin gewesen wäre, zumindest ein deutlich besseres Ergebnis. „Ich werfe der Mannschaft vor, dass sie nicht das umsetzt, was man ihr mit auf den Weg gegeben hat. Das ist entweder Ignoranz gegenüber dem Trainerteam oder den Leuten ist es egal“, meinte der Coach.

Youngster Nevian ersetzt Gröger im Speldorfer Tor

Der Nachmittag begann schon mit einer Hiobsbotschaft: Stammtorwart und Kapitän Kai Gröger konnte verletzungsbedingt nicht spielen. Ersatzmann Leon Nevian (18) führte sich gleich mit zwei spektakulären Paraden ein. Keine Chance hatte er aber, als der Homberger Felix Clever in der neunten Minute nach einer Flanke von der rechten Seite völlig ungehindert am langen Pfosten einköpfte.

Damit machte der Homberger Verteidiger seinen vermeintlichen Fehler aus der fünften Minute wieder gut, als er aus zwei Metern Entfernung den Ball von Abdul-Rahman Yussif an die Hand bekam. Den fälligen Elfmeter verwandelte André Trienenjost zur Speldorfer Führung. Sie hielt drei Minuten lang.

Nowitzki vergibt nach einem Konter die Riesenchance

Der heimische VfB hielt in der Folge aber gut dagegen und hätte in der 17. Minute wieder in Führung gehen können. Trienenjost, Deniz Hotoglu und Pierre Nowitzki fuhren einen astreinen Konter, doch Nowitzki schoss den Ball am Ende aus wenigen Metern über das Tor.

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt, denn die wesentlichen Gegebenheiten fanden in den ersten sieben Minuten statt. „Wir wollten Mike Koenders zustellen, stattdessen spielt er direkt den Pass zum 2:1“, ärgerte sich Christian Mikolajczak. Während die Gastgeber auf Abseits spielten, bedient Koenders seinen Teamkollegen Jerome Manca – das frühe 2:1 für Homberg.

Homberg dreht innerhalb von sieben Minuten auf

Doch es kam noch schlimmer aus Speldorfer Sicht. Als Kevin Müller zur Grätsche griff, gab es den zweiten Elfmeter des Tages, den Patrick Dertwinkel verwandelte. „Wenn er als Verteidiger runtergeht, dann muss er den Ball auch haben“, meinte der Trainer hinterher. Als Danny Rankl kurz darauf auf 4:1 erhöhte, war das Spiel wenige Minuten nach der Pause entschieden. Rankl legte später noch den fünften Treffer nach.

Nach dem Spiel betonte Christian Mikolajczak noch einmal, worauf sich sein Team in den kommenden Wochen und Monaten einstellen darf: „Abstiegskampf und nichts anderes. Wer das nicht versteht, soll zu mir kommen und dem erkläre ich es persönlich.“

VfB Speldorf –
VfB Homberg 1:5 (1:1)

Tore: 1:0 Trienenjost (6. Minute, Handelfmeter), 1:1 Clever (9.), 1:2 Manca (46.), 1:3 Dertwinkel (50., Foulelfmeter), 1:4/1:5 Rankl (52./72.) Speldorf:Nevian – Szewczyk (84. Panz), Corovic (84. Nemec), Müller, Nakaoka – Dutschke (72. Timm), Terwiel – Hotoglu, Nowitzki, Yussif – TrienenjostHomberg: Offhaus – Haub, Kogel, Clever (23. Schmitt), Wolf – Koenders, M. Kücükarslan, Dertwinkel, Manca (75. T. Kücük­arslan) – Wibbe, Rankl (84. Demircan) Schiedsrichter: Thomas Dickmann (Rhede) Zuschauer: 130